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Der Heilige Geist ist eine Kraft, die aus dem verborgenen göttlichen Urgrund ausgeht, und der heilige Schutzengel ein an eine Person gebundener Wächter des Lichts. Diese beiden Mächte sind verschieden von dem Goðfunken, dem eigentlichen Ebenbild von Goð im Menschen, durch welchen wir die Kinder Allvaters sind. Wie die all-eine geistige Sonne Goð im All der Vater aller Wesen ist, so ist er in uns derselbe Vater, aber konkret der Vater unseres ganzen individuellen Menschenwesens, sowohl unseres unsterblichen Teils als auch unserer sterblichen Hüllen.

Diese Sonne in uns ist das Christusbewusstsein, dass auch Herrenbewusstsein genannt werden kann, da Christus unser Herr ist. Dem entsprechen in anderen Religionen Bezeichnungen wie Krishna-Bewusstsein, Caitanya, Atma oder auch Buddha-Natur; dabei wird mit allen diesen Namen auf noch höheres hingewiesen, als es sich uns Menschen im Denken erschließen kann.Das Herrenbewusstsein, die geistige Sonne in uns, ist uns selbst im normaler Weise noch gar nicht sichtbar.

Es ist Nacht in uns, und kein Stern ist am Himmel, da wir durch unser Verhalten dafür gesorgt haben, dass es außerdem bewölkt ist. So irren wir durch die unbekannten Weiten in Dunkelheit und Kälte. Manchmal machen wir Rast an den nächtlichen Feuern, an denen wir uns wärmen, bis sie ausgebrannt sind. Dann irren wir weiter durch die ewige eisige Finsternis. Wir müssen von dort hinweg, wo wir frieren, und in wärmere Wälder wandern; dorthin, wo die Nacht nicht andauert, von Norden nach Süden in die Reiche des Sonnenaufgangs. Wir suchen nach dem Pfad, den Weg unserer Vorfahren, die ins Licht fanden. Die Spuren sind verweht, aber wir wandern weiter und entwickeln Intuition.

Viele schaffen es nicht, und erfrieren unterwegs. Oft gehen die Einsamen unter, aber manchmal vergehen auch Gemeinschaften - und manchmal findet der Unverstandene, unfreiwillig allein Kämpfende den verlorenen Weg. Die Zeichen für den richtigen Weg sind die Überwindung eines Gebirges, das Aufleuchten des wolkenfreien Sternenhimmels und das erscheinen des Morgensternes, der der Heraufkunft der großen Sonne vorangeht.

In unserem inneren Sein lebt unser Ich, dass nur in uns, und sonst nirgends zu finden ist. "Ich" ist der Name den wir keinem anderen Menschen sondern nur uns selbst geben können. Es ist der Mittelpunkt unserer Seele, und verbindet diese mit dem Geist. Andererseits benutzt jeder Mensch dasselbe Wort wie alle anderen um über sich zu sprechen. Darin liegt ein Geheimnis, das uns eines Tages dadurch gelöst wird, dass wir alle Menschen als Teil unseres Selbstes erkennen, wodurch wir auch eins mit dem Christus-Ich werden. Dies wird das vorläufige Ende unserer Reise sein, das Ziel unserer endlosen Wanderung: dass wir im Tempel des Allerhöchsten eins werden mit dem Licht der ewigen Flamme, dass unser Ich für immer eintaucht in die lebendigen Feuer der geistigen Sonne.

Auf dem Weg dahin finden wir aber zunächst nur unser Ich, dass immer das Wesen von dem annimmt, mit dem es sich verbindet. Verbindet das Ich sich mit höllischen Impulsen, wird der Mensch ein Teufel gegenüber seiner Umwelt. Das Herrenbewusstsein entsteht durch die Verbindung unseres Ichs mit Christus. Wir müssen uns also befleißigen unser Bewusstsein fortwährend mit Christus, mit der göttlichen Liebe, göttlichen Weisheit und dem göttlichen Willen zu erfüllen.

Im Hinduismus wird dieses Verbinden mit Goð eingeübt, in dem ununterbrochen die Namen von Goð in hingebungsvoller Minne (Bhakti) rezitiert werden und die Seele in fortwährendem Dienst an der Goðheit beschäftigt wird. Im Christentum wird dasselbe durch das Leben in der Goðminne und tätigen Nächstenliebe, und durch Gebet ohne Unterlass angestrebt. Hierzu gehört auch das Studieren der Heiligen Schriften, die innere Betrachtung. das Durchleben des christlichen und natürlichen Jahreslaufes und natürlich der gemeinsame Gottesdienst der Gemeinde.

Ein besonders starkes Hilfsmittel ist die heilige Messe, in der zum einen symbolisch der gesamte Weg zu Christus dargestellt wird, zum anderen aber Brot und Wein in den Leib und das Blut des Christus verwandelt werden. Die Kraftwirkung durch das richtig durchgeführte Heilige Mahl bringt die Vereinigung mit Christus durch die Einnahme einer, in das Physische, Seelische und Geistige hereinwirkenden Substanz. Das Abendmahl sollte regelmäßig die höchste, sakrale Feier im Goð-Volk - die höchste Belohnung für ein sich Goð-weihendes, nach Heiligung strebendes Leben! Dann kann das Abendmahl seine volle Wirkung entfalten. Die unberechtigte Einnahme des durch die geistige Reinheit des Priesters und der Gemeinde wirksamen Abendmahls kann dagegen schlimme Auswirkungen haben. Daher werden auch heute noch von der Katholischen Kirche unvorbereitete Gläubige vom Abendmahl ausgeschlossen.

Schon die bloße zufällige Gegenwart eines Neugierigen an einem katholischen Dienst nach altem Ritus hat starke, gute Wirkungen auf diesen Teilnehmenden. Dies ist natürlich auch von Priester und Gemeinde abhängig, die mit gemeinsamer Kraft und Reinheit Goð dienen, ohne auf Anwesende einwirken zu wollen - denn das darf nur Goð. Es bedarf jedoch keiner Bewusstseinsbeteiligung des zufällig Teilnehmenden, da Goð ja auch in ihm ist, wenn auch seiner Wahrnehmung tief verborgen.

Die Tätigkeit der lichten Religionen besteht immer darin, den Menschen schriftliche und mündliche Lehren, Innerlichkeit (Kontemplation und Meditation) und Anleitungen zur Verwirklichung der Tugenden zu vermitteln, welche Hilfen sind zum gelungenen Anfüllen des Ich mit lichten Kräften; mit Kräften die ursprünglich von Goð ausgingen, aber noch nicht vom Ich des einzelnen Menschen innerlich empfangen werden können. Sie werden zunächst als das Licht anderer Menschen von außen empfangen, und können das Ich formend vorbereiten, um später in eigener Zuständigkeit vom eigenen Inneren her göttliches Licht hereinstrahlen zu fassen.

Ist die innere Sonne erst einmal im Aufbruch, dann haben die Hilfen ihr Werk getan und werden nicht mehr vom erhellten Ich benötigt. Denn alles, wessen es nun bedarf, kann es direkt von Goð im inneren Tempel des Allerhöchsten empfangen. Erst hier finden die Offenbarungen von Goð ihren Abschluss, in dem die herabfließende Offenbarung mit dem Ich des Menschen verschmilzt, und das alte Ich in das göttliche Licht hinein auflöst.

Falsche Lehrer, falsche Kirchen und falsche Lehren geben den Menschen Phantasiertes, Ausgedachtes zur "Hilfe". Die Folge ist, dass das Ich zugemüllt wird, mit Impulsen, denen kein Licht innewohnt. Ein solcher Irregeführter muss den Müll aus seinem Ich entfernen. Dies gelingt nicht besonders gut, wenn er lediglich versucht, mit eigener Willenskraft sein Ich zu reinigen. Besser ist es, sich Goð zuzuwenden und richtige Lehren in sich aufzunehmen, die aus dem Guten stammend, Gutes in uns entzünden. Goð entrümpelt dann nach und nach mit göttlicher Liebe das Ich, doch dauert das seine Zeit. Darum lasse niemals Lehren und Gedanken ungeprüft in Deine Seele!

                                                                                           
        










 
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