Früher dachten die Christen, ein christliches Leben bedeute vor allem die Gebote zu halten, zu beten, die Bibel und den Katechismus zu lesen, und in die Kirche zu gehen bzw. am Gemeindeleben teilzuhaben.
Aber genauer betrachtet besteht das christliche Leben in tätiger Liebe zu Gott und allen Wesen. Die Tätigkeiten, die von der göttlichen Liebe impulsiert werden, sind dabei von Mensch zu Mensch verschieden. Das Schicksal der Menschen ist verschieden, und daher auch ihre hervorragendsten Begabungen und Fähigkeiten. Diese wurden ihnen gegeben bzw. die Möglichkeit sie zu erwerben, um sie gemäß dem Plan Gottes einzusetzen.
Dabei ist aber wichtig die Schriften der Evangelien, der neutestamentlichen Apokryphen und der deutschen Mystik zu lesen, und aus der eigenen Vernunft zu verstehen, um eine Vorstellung davon zu bilden, was die göttliche Liebe ist. Es geht vor allem auch darum, sich nach eigener Erkenntnis ein Ideal eines gottgewollten Lebens zu bilden, und aus freiem Willen diesem Ideal nachzufolgen. Dabei bedarf es auch einer wachen Vernunft, Lebensklugheit, psychologischer Grundkenntnisse und des gesunden Menschenverstandes, um nicht auf falsche und lebensfremde Ideale sich auszurichten, die in der Vergangenheit des Christentums oft eine so bedeutende Rolle spielten.
Dabei sind entsprechend der Stände, für die sich jeder nach eigener Neigung aus freiem Willen entscheidet (unabhängig von den Sortierungen der Welt), die Formen der tätigen Liebe auch verschieden. Für christliche Nächstenliebe wird gehalten, wenn man allen dassselbe Gute tut. In Wirklichkeit braucht aber jeder Mensch etwas anderes, das ihm hilft. So benötigt ein Christ etwas anderes Gutes, als zum Beispiel ein Verbrecher. Daher ist es auch tätige Liebe, wenn ein Richter einen Verbrecher streng verurteilt, oder wenn ein Angehöriger des christlichen Wehrstandes jeden Angriff auf das Volk Gottes, das Reich Gottes und jedes schützenswerte Wesen abwehrt, auch wenn die Mittel hart sind. Ansonsten ist jeder noch so leise Zwang und jeder Eingriff in den freien Willen anderer Menschen vollständig gegen Christus gerichtet.
Christentum ist keine Religion zu der alle Menschen bekehrt werden müssten. Dagegen sollte die tätige Liebe verbreitet werden. Die tätige Liebe zum Guten und zu allen Wesen sind auch in anderen Religionen hohe Werte. Wie sich das Christentum in den verschiedenen Völkern mit deren Kultur verbinden, und nicht die jüdische Kultur in sie heintragen soll, so soll auch das Christentum zur Bruderschaft der Religionen gehören, weil alle anderen Religionen wie zum Beispiel Judentum, Hinduismus, Buddhismus, germanische Religion, slawische Religion usw. dort wo sie das Gute verehren Kinder der kosmischen Liebe des grossen kosmischen JA zu allen Wesen sind. Geschwister aber lieben einander, behüten sich gegenseitig vor Schaden, ermahnen einander, wenn sie vom Weg abkommen, und wehren Angreifer auf ihre Brüder und Schwestern ab.