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Das Goð-Volk besteht aus den sich gottweihenden Menschen aller christlichen Kirchen, aber auch anderer Religionen. Zum Angehörigen dieses heiligen Volkes  wird man durch geistige Abstammung von Christus, die jeder Mensch durch seinen freien Willen wählen, und durch innere Umgestaltung erringen kann. In der Katholischen Kirche, in den Evangelischen Kirchen, in der Anglikanischen Kirche, in den orthodoxen Kirchen, bei Baptisten, Mormonen, in Freikirchen, evangelikalen Gruppen usw. fast in allen christlichen Vereinigungen findet man das Goð-Volk, und der aktive Teil der Mitglieder dieser vielen Kirchen ist teilweise im Übergang zum Goð-Volk begriffen.  Das Goð-Volk ist also die wirkliche Christenheit insgesamt, die sich aber in viele verschiedene Strömungen und Institutionen untergliedert.  

Die Liberalkatholische Kirche ist ein ganz kleiner Teil dieses neuen Menschen-tums, das von Christus ausgeht – jener kleine Teil, in den Menschen mit einem individualistischen Denken heute schon hinein passen. Die Verwirk-lichung des neuen Menschentums ist seit vielen Jahrhunderten noch ganz am Anfang. Seine volle Verwirklichung liegt noch weit in der Zukunft, und hängt vom freien Willen vieler Generationen ab. Aus den Impulsen von Gott, die individuell im eigenen Inneren empfangen werden, wird sich die kreative Vielfalt bilden, welche zu den jeweiligen Problemen des Lebens die konkreten Lösungen erschafft.

Das Goð-Volk ist der Sinn und das Ziel allen bisherigen Menschentums und des eigenen Lebens. Diesen Gedanken aufzugreifen und realistisch mit seiner Verwirklichung zu beginnen, führt das eigene Leben zu seinem höchsten Gipfel . Das Heil das von solchen verwirklichten Menschen ausstrahlt, bewegt sich nicht nur wellenförmig durch Gegenwart und Zukunft, sondern auch rückwärts durch die Zeit. Religion, Lebendige Ethik (z.B. Lehrreden des Gautama Buddha), die christliche Mystik, der theosophische Pfad, die vier großen vedischen Yoga Marga und der Integrale Yoga bilden genau in dieser Reihenfolge den inneren Weg zu Goð. Christus zeigt darüber hinaus den Weg zum Volk und Reich von Goð, dass aus der freien Verwirklichung des neuen Menschentums in Einzelnen aufgebaut wird, und die allmähliche, aber dynamische Höherentwicklung der Menschheit hervorbringt. Alle Zukunft beruht auf der einzelnen Persönlichkeit, auf dem eigenen ICH. Nur ein Ich das sich von niederen Impulsen befreit, und sich mit Goð erfüllt, führt auch zum Heil in Goð. Die Verwirklichung des untrennbar mit Goð verbundenen Gottesfunken in uns ist der wahre Individualismus, der uns allmählich zur Gottebenbildlichkeit formt. Die individuelle Verwirklichung (Goðweihe) findet letztlich in Einsamkeit jenseits aller Kirchen, Gesellschaften usw. statt.

Doch bleibt vielen Angehörigen des Goð-Volk heute ihre geschichtliche Mission noch verborgen. Sie sehen zwar, dass nur durch Goð die Menschheit auf ihren richtigen Weg zurück finden kann, wollen aber durch Goð einfach erlöst oder zumindest von gottnahen Führern angeleitet werden, anstatt mit voller Hingabe selbst den Plan von Goð erfüllen zu helfen, d.h. aus eigenem Erkennen, eigener Verantwortung, eigenem Willen und eigener Kraft sich in den Kampf des Guten stellen.

Das Goð-Volk besteht vorerst als unsichtbare Gemeinschaft. Die entscheidende Hilfe, sie zur sichtbaren Form zu bringen, ist die vorbildende Gemeinschaft um den christlichen Altar. Christliche Individualisten, die das Höchste in sich zu verwirklichen streben, und in tiefer Hingabe an Goð Dogmen von außerhalb ihres freien Willens nicht anerkennen, können in der Liberalkatholischen Kirche sich um den katholischen Kultus versammeln. Im mystischen Vollzug des Kultus, besonders des Abendmahls, können für den Einzelnen (und von dort ausstrahlend auf die Gemeinschaft) die Mysterien des Heiligen Gral unmittelbar herein wirken. Der Urgrund freiheitlicher Kirchen-bildung ist hier die Hingabe an das göttliche Gute, an Goðvater einerseits und die gemeinsame Feier der Sakramente andererseits. Die weltanschaulich-theologischen Spannungen, die zwischen Mitgliedern der Liberalkatholischen Kirche entstehen können, werden nur durch das Erlernen sozialkünstlerischer Gestaltungs-formen abgebaut werden können. Dabei können gemeinsame, realistische Projekte für die Weltreformation verbindend wirken. Das Volk Gottes kann nicht durch Herstellung gleicher Glaubensüberzeugungen herangebildet werden. Menschen mit gleichen oder ähnlichen Überzeugungen werden natürlich zusammen finden, aber die soziale Kunst besteht gerade darin, Menschen mit unterschiedlicher Weltsicht zur Verwirklichung des Guten zusammen zu bringen.

Die Zugehörigkeit zum Goð-Volk muss jeder Mensch in seinem Leben erst erringen, durch bewusste eigene Entscheidung und Verantwortung, durch Heiligung (Aufopferung für Goð), durch Charakter (z.B. Tugenden), durch Leistung (Fähigkeiten usw.). Von der mutigen Entscheidung bis zur Selbstüberwindung ist es ein anstrengender Weg, der unseren ganzen Einsatz, unsere Kraft, unser Leben Tag für Tag verlangt. Man erwarte keine Wunder, sondern übe sich im ständigen Einsatz. Der Weg zu Goð überdauert den Tod, und ist nach menschlichem Ermessen endlos in seinem raschen Aufstieg zu Goð.

Gute Anlagen für die Zugehörigkeit zum Goð-Volk können auf die Kinder vererbt werden, besonders dann, wenn mehrere Generationen zu Seinem Volk gehörten. Es können aber im „kollektiven Gedächtnis“ einer Menschengruppe günstige Impulse und Kraftfelder bestehen, die den Aufstieg zu neuem Menschentum in einzelnen Menschen begünstigen. Solche Kraftfelder bestehen vor allem im kulturellen Gedächtnis und in Kultgemeinschaften. Durch echte Segnung im Auftrag von Goð, der Engel usw. z.B. von Gegen-ständen, Räumen können auch verschiedene Dinge oder Orte besonders günstige Umgebung sein. Aber letztlich hängt alles an der eigenen Arbeit und an der Mitwirkung von Goð.               

Das Goð-Volk ist als neue Menschheit der alten Menschheit brüderlich verbunden. Im Bereich weltlicher Charakterbildung und vor allem der Fähigkeiten kann und muss der neue Mensch vom alten sehr viel lernen. Einerseits strebt der neue Mensch nach freundschaftlicher Zusammenarbeit mit den Menschen der alten Art für das Überleben und die Entwicklung der Menschheit, andererseits müsste er auf weltlichem Gebiet in Wettbewerb mit ihm treten, weil das Goð-Volk berufen ist, aus reinem und selbstlosem Sein heraus die Evolution zu leiten. Davon sind die Angehörigen des Goð-Volkes noch sehr weit entfernt. Man kann immer nur einen Schritt vor dem nächsten Schritt machen.  Das Ziel ist es, aus dem eigenen gottgeweihten Leben mit vernunftgeleitetem Handeln und mit Maß das optimal Mögliche zu gestalten.


                                                                                                 
     
















 

 
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