Gemäß den religiösen Überlieferungen der Menschheit kamen in den vergangenen Jahrtausenden immer wieder Boten von Goð zu den Menschen. Einige davon waren spirituelle Meister, Propheten, große Religionsstifter, Engel, Verkörperungen von Göttern, Buddhas und Avatare des Absoluten. Unter den Avataren des Absoluten gab es viele Inkarnationen Gottes in Menschengestalt. Die wichtigsten Avatare vor Christus waren Rama und Krishna. Krishna ist der Avatar unseres eisernen, finsteren Zeitalters, der in Gestalt eines Übermenschen die vollständige Lehre über alle Wege des Aufstieges zu Gott brachte. Christus ist der Avatar der das Werk Krishnas und Gautama Buddhas krönt, in dem er...
1. ...allen Menschen Versöhnung mit Goð anbietet, und den einfachsten Weg zu Gott lehrte und vorlebte, der jedem Menschen möglich ist. Die Menschheit war zu weit herabgekommen, um noch mehrheitlich die vedischen Wege gehen zu können.
2. ...das Goð-Volk begründet, zu dem sich jeder Mensch durch Heiligung, Leistung und Charakter zugehörig machen kann. Damit wird eine neue Menschheit bzw. neue Spezies Mensch erzeugt, welche das alte, zerstörerische Menschentum ablöst.
3. ...das Goð-Reich in der Menschenwelt begründet, dass die Weltreiche der Ausbeutung, Unterdrückung und Zerstörung der Schöpfung ablösen muss.
Das durch Christus begründete Goð-Reich ist genau jene göttliche Idee, welche alle spirituellen Traditionen Gottes in der Menschheit zusammenbündelt und ihnen das gemeinsame Ziel gibt. Das Goð-Reich ist nicht ein Reich des Kirchenchristentums, zu dem nur Christen gehören, sondern das gemeinsame Reich aller ethischen Hochreligionen, welche Christus als Inkarnation des absolut Göttlichen anerkennen können. Bei Verneinung des Christus kann es allerdings für den Einzelnen keine Bürgerschaft im Goð-Reich geben, da man nicht zum Reich gehören und gleichzeitig seinem Stifter und höchsten König verachten kann. Daher gehören die Vaishnavas und viele andere Hindus, die Anhänger Gautama Buddhas, des Zarathustra, der Philosophien des Platonismus und des Deutschen Idealismus zum Reich hinzu, aber Muslime und Juden haben einen Zugang nur über ihre Mystik, Atheisten sind normaler Weise ausgeschlossen. Aber alle Menschen die trotzdem in der Liebtätigkeit leben, sind ihm unbewusst angehörig oder zumindest sehr nahe. Zum Reich berufen sind prinzipiell alle Menschen, aber es entscheiden sich nur wenige dafür. Die Entscheidung für das Goð-Reich fordert unseren gesamten Einsatz. Ohne diesen vollkommenen Einsatz in unserem Inneren, wie auch in der äußeren Welt, gehören wir nicht zum Goð-Volk und zu seinem Reich. Die Weltherrschaft des alten Menschentums steht dem Kommen des Reiches hochorganisiert und total entgegen. Der Unterschied zwischen Goð-Volk und Goð-Reich und jeder anderen Macht ist so radikal, dass er von den Angehörigen des Goð-Reiches nicht ungestraft außer Acht gelassen werden kann. Das Gute hat nur wenige Anhänger, die dafür aber durch Qualität die mangelnde Quantität auszugleichen aufgerufen sind.
Das Goð-Reich hat zwei Grundlagen:
-eine mikrokosmische (die Verwirklichung des Heiles im ICH des Menschen) und
-eine makrokosmische (die Verwirklichung des Heiles in der Gemeinschaft des Goð-Volkes).
Die Verwirklichung des Heiles im ICH ist gleichbedeutend mit der Verwirklichung der religiösen Tugenden. Die Verwandlung des alten Menschen in den neuen Menschen bewirkt, dass wir unser Sein im Goð-Volk erwerben. Vorher sind wir nur Anwärter darauf. Das ICH darf hierbei nicht mit niedermentalen Gedanken angefüllt werden, sondern sollte geöffnet werden für die höhermentalen und übermentalen Impulse des göttlichen Willens. Wird das ICH gotterfüllt, so gestaltet es nach und nach Bewusstsein, Unterbewusstsein, Fühlen, Sinnesempfindungen und auch den physischen Körper um.
Die Verwirklichung des Heiles in der Gemeinschaft bedeutet, dass wir uns zur Gemeinschaft frei mit anderen Gottgeweihten verbinden, um gemeinsam Gottes Reich auf der Erde auszudehnen. Diese Gemeinschaft kann aber nur in freundschaftlicher Verbundenheit und Netzwerkarbeit, aber weniger in durchorganisierten Gemeinschaften bestehen. Organisationsstrukturen können das Wachstum des Reiches Gottes massiv behindern und dürfen über die notwendige Arbeitsorganisation nicht hinausgehen. Versektung ist das Gegenteil freien Christentums.
Die Ausdehnung des Reiches in der Welt bedeutet spirituelle Weltreformation. Die Aufgabe der Gemeinschaft besteht darin, neue Angehörige des Gottesvolkes zu gewinnen, Menschen-, Tier- und Pflanzenwelt zu beschützen und in den Plan von Goð wieder einzufügen. Es geht vor allem auch darum, die menschliche Gesellschaft von ihrem Fall in Ausbeutung und Unterdrückung zu erlösen. Die Reformation der menschlichen Gesellschaft erfordert einen ethisch-religiösen Sozialismus, dessen grundlegende Prinzipien die Soziale Dreigliederung und eine demokratische Pneumatokratie sind. Das Goð-Volk sollte die Lenkung der Völker übernehmen, da nur das Goð-Volk allein die Menschheit und das Leben zum Heil führen kann, und auch nur dann, wenn es stark ist und sich die notwendigen Fähigkeiten angeeignet hat, deren erste Vorrausetzung Rationalität d.h. vernunftgeleitetes Handeln ist. Zuerst das Heil (Goðtreue), und dann auch Charakter (Tugenden) und Leistung (Fähigkeit) begründen eine notwendige aristokratische (bzw. pneumatokratische) Schichtung innerhalb der Menschheit. Goðtreue Menschen dürfen diese natürliche Gesetzmäßigkeit nicht ignorieren. Diese Gefahr besteht nämlich gerade für sie, weil sie allen Menschen Brüder sind und Liebtätigkeit ihr hohes Ideal ist.
Die dunklen Gegenreiche der verschiedenen Richtungen gründen alle auf der Goðferne ihrer Bürger. Unheil bringen sie über die menschliche Entwicklung, und der dort verlangte Charakter besteht aus Untugenden. Dagegen wird auch dort Fähigkeit/Leistung hochgeschätzt. Leider sind nicht nur sehr viele Menschen sondern auch noch gerade viele der fähigsten Menschen im Dienst der Gegenreiche. Die totalitären Systeme sind stets Todfeinde des Gottesreiches. Die fortschrittlichen, demokratisch-freiheitlichen Ordnungen sind von ihrer ideellen Grundlage her dem Gottesreich am freundlichsten gesinnt. Das Goð-Volk kann sich in ihnen nach den demokratischen Regeln entsprechend seinem Gewicht für notwendige Reformen im Sinne von Weltethos, Menschenrechte und Menschenpflichten, Umweltschutz, Soziale Dreigliederung u.v.a. einsetzen. Doch bleibt es das Allerwichtigste, Menschen für Goð / das Gute zu gewinnen, weil sonst alle guten Reformen und Strukturen nicht von Dauer sein können.