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Integrale Theologie ist die sophische Zusammensetzung der Theologien der Religionen, und auch der Philosophien, der Wissenschaften und Künste um den Aufbau des Reiches Gottes zu fördern. Sie ist ideele Weltdurchwirkung
für ein integrales Christentum der Zukunft. Die Vereinigung sich widersprechender Theologien geht dabei von der übermentalen Ebene göttlicher Weisheit aus, und findet real nur auf dieser Ebene statt. 
Daher stehen im Zentrum integraler Theologie die mystischen Pfade zu Gott, welche durch die übermentalen Welten führen, aus denen die Religionen herabkamen. Sie ist nur in Einheit bzw. als Ausdruck mystischer Praxis in Verbindung mit den Erkenntnismitteln autonomer Vernunft existent. Da Gott das Absolute ist, ist Gotterkenntnis zugleich Welterkenntnis und Selbst-erkenntnis. Gotterkenntnis ist nur in vollständiger, gesunder Hingabe an Gott im Erkennen, Denken, Fühlen, Wollen und Handeln zu erringen. Eine Vorentwicklung dazu bildet der um Erkenntnis ringende Gottglaube, welcher wiederum auf einem intensiven religiösen Leben beruht. Alles religiöse Leben beginnt mit der Gottesliebe, der Einhaltung der religiösen Pflichten und dem auf Lebenspraxis zielenden Studium der heiligen Schriften. 

Der ersten Stufe entspricht mMn. dem evangelischen Glauben der protestantischen Kirchen, der durch seine strenge Reduzierung der christ-lichen Religion auf das Wesentlichste und Anfänglichste des christlichen Weges einen wichtigen Einstieg in ihn bietet, wenn er von seinen Verneinungen gegenüber Mystik, Offenbarung, Theologie des katholischen und orthodoxen Christentum befreit wird. Als beinahe gleichwertige, philosophische Ergänzung ist die Philosophie der Stoa (vor allem Seneca)zentral wichtig. Diese erste Stufe bildet das christliche Leben und dessen Liebtätigkeit aus. Ohne freies evangelisches Glaubensleben kein Christentum!

Die zweite Stufe entspricht dem orthodoxen, aber besonders dem katholischen Christentum, wenn es von seinen Verneinungen gegenüber anderen ethischen Hochreligionen befreit wird, dort, wo in diesen Religionen göttlicher Einfluss existiert. Das ist besonders in wichtigen Strömungen des Hinduismus, des (südlichen) Buddhismus, Daoismus, der islamischen und jüdischen Mystik und dem Sikhismus der Fall. Die grosse philosophische Ergänzung ist der Platonismus und die Philosophie des Aristoteles. Die zweite Stufe bildet den mystischen und vernünftigen Weg zu Gott aus. Ohne freies katholisches Glaubensleben kein mystisches Christentum!

Die dritte Stufe entspricht einem integralen Christentum, das erst noch willentlich geschaffen werden muss. Es integriert andere Religionen z.B. auch die ethnischen Religionen in übermentalen Höhen und danach im Leben. Ebenso integriert dieses Christentum die wissenschaftlich-technische und die psychologische Revolution, und auch sämtliche Philosophien einschließlich des dialektischen Materialismus. Das integrale Christentum kann nicht das Werk einzelner, sondern muss das Werk vieler Menschen sein. Ein oder zwei Tropfen machen noch keinen Regen. Die dritte Stufe bildet den Weg autonomer Intiationen aus, welche in Verbindung mit der unsichtbaren Kirche der Heiligen aller Religionen erreicht wird. Ohne Erfüllung eines freien evangelischen und freien katholischen Glaubensleben kein integrales Christentum!

Das integrale Christentum ist der direkte Übergang zu der einen Religion der Menschheit, welche alle anderen Religionen nicht aus- sondern einschließt, weil es in dem permanenten, direkten Umgang mit Gott, seinen Engeln und der Gemeinschaft der Heiligen besteht. Die integrale Theologie zielt daher nicht nur auf eine Transzendierung sämtlicher theologischer Gedanken, sondern auf eine Transzendierung des menschlichen Denkens an sich. Die integrale Theologie schafft die Vorraussetzungen sich selbst "überflüssig" zu machen. Sie ist nur ein Behelf, ein Durchgang und ein Übergang zu gottmenschlichem Sein.  

Integrales Christentum beruht auf christlichem Individualismus, wirklichem Charakter und echter Leistung und ist durch und durch wahrhaftig. Es ist der Feind sektiererischer Zustände, pseudo-spiritueller Anmaßungen, Esoterismus, Psychismus und aller anderen menschlichen Begrenztheiten. 

Integrale Theologie verwirft die theologische Behauptung, dass es eine Theologie geben könne, die wissenschaftlich neutral ist. Die Theologie war und ist immer gesellschaftlichen Kräften und ihren Bedürfnissen unterworfen, und ist somit parteilich. Die integrale Theologie ergreift ihrerseits auch Partei, in dem sie vom Grundsatz der Einheit der Menschheit und ihrer Religionen ausgeht. Wie alle Menschen von Gott erschaffen und Kinder Gottes sind, egal wie weit sie sonst auch von Gott entfernt sein mögen, so sind auch alle ethischen Religionen von Gott (z.b die griechische oder germanische Religionen der Antike), egal wie weit sie sich von ihrer ursprünglichen Höhe herab entwickelt haben. Weiterhin ergreift die Integrale Theologie Partei für den individuellen Menschen, das Volk Gottes (Gemeinschaft der Gottgeweihten der Religionen) und das Reich Gottes in dieser Welt. Letzteres bringt sie in die Nähe des Religiösen Sozialismus und der Theologie der Befreiung. Theologie kann sich mit den Wissenschaften verbinden, darf aber nicht ihre Kernaussagen von den Wissenschaften bestimmen lassen. Denn auch die Wissenschaften sind nicht neutral, sondern von gesellschaftlichen Ideologien, von Paradigmen und theoretischen Überzeugungen geformt und gelenkt. Ideologien wie Materialismus oder Marxismus sind mögliche Instrumente für eine Analyse von Zusammenhängen der materiellen Welt, dürfen aber nicht überschätzt, und vor allem nicht auf Gebiete bezogen werden, für die sie nicht geeignet sind.

Integrale Theologie führt zur übermentalen Erkenntnis des Urweges zu Gott, d.h. der Urtheologie und Uroffenbarung, vergleichbar der Art und Weise, wie J.W.v.Goethe in allen Pflanzen die Urpflanze schaute. Sie ist darum universelle Theologie die sich schließlich in und durch Gott zur Theosophie transformiert. 
 















                                                                                
 
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